Hochhubwagen

Was ist ein Hochhubwagen?

Ein Flurfördergerät, mit dem Europaletten und Gitterboxen nicht nur auf ebener Fläche transportiert, sondern auch in die Höhe gehoben werden, wird als Hochhubwagen bezeichnet. Die Hubgabeln werden unter die Palette geschoben, heben die Palette an und setzen sie auf einen hochgelegenen Lagerplatz ab. Weitere Elemente sind beim manuell bedienbaren Handstapler ein Hubmast, zwei Lenkrollen, vier Lastrollen, die Deichsel mit Griff und zwei Hubgabeln.

Vorn unter den Gabeln sind die starren Lastrollen angebracht. Am anderen Ende befinden sich direkt unter der Deichsel die Lenkrollen. Mit dem Deichselgriff wird der Hochhubwagen gezogen oder geschoben. Bei rein manuellen Geräten wird die Hydraulik durch Pumpbewegungen mit der Deichsel betätigt. Im Deichselgriff befindet sich der Bedienhebel für die Hubhydraulik. Dieser ermöglicht das kontrollierte Ablassen bzw. Absenken der Hubgabeln samt der geladenen Palette. Elektrische Hochhubwagen unterstützen das Heben und Senken der Gabeln durch einen Elektro Motor. Hierzu befinden sich am Griff oder an einem Bedienpult entsprechende Schalter und Knöpfe.

Einsatzmöglichkeiten und Benutzungsvoraussetzungen.

Eingesetzt werden Hochhubwagen vor allem in Betrieben mit kleinerem Lager oder als Ergänzung zum Einsatz motorisierter Gabelstapler in größeren Lagern. Gelagert werden überwiegend Europaletten und Gitterboxen. Weiter werden Handstapler für den innerbetrieblichen Transport sowie das Be- und Entladen von LKW verwendet. Möglich ist auch der Einsatz als fahrbarer Hubtisch.

Gut bewältigt wird mit dem Hochhubwagen auch das Bestücken von und Entnehmen aus Palettenregalen in einem Lager mit schmalen Gängen. Hochhubwagen können gefahrlos dort eingesetzt werden, wo die Palettenregale für einen Gabelstapler zu dicht beieinander stehen und nicht genug Platz zum Rangieren bleibt. Ein Staplerschein ist zum Führen von einem manuellen Hochhubwagen nicht erforderlich. Eine kurze Einführung sollte der Anwender des Gerätes dennoch erhalten. Kleinere Betriebe ohne ausgebildete Staplerfahrer können mit einem Hochhubwagen auch höhere Regalebenen bedienen oder einen LKW ohne Laderampe oder Hebebühne be- oder entladen.

Die Hochhubwagen dürfen nur auf ebenem und festem Untergrund benutzt werden. Die Ausbalancierung des Hochhubwagens bei angehobener, beladener Palette kann bei wideren Bedingungen schnell heikel werden. Die Last sollte auf der Palette nicht ungleichmäßig verteilt sein und in der Mitte der Gabeln liegen. Von der angehobenen Palette herabfallende Ware ist das Eine, das Gleichgewicht des ganzen Hochhubwagens das Andere. Ein Gabelstapler verfügt über eine große Aufstellfläche und durch die Fahrerkabine und den Motor bleibt sein Schwerpunkt auch bei angehobener Last innerhalb der Aufstellfläche und niedrig. Ein Hochhubwagen bringt weniger Masse auf und ist turmartig konstruiert. In der Folge ist er erheblich sensibler gegenüber einem Gefälle oder Unebenheiten im Boden.

Der manuelle Hochhubwagen

Die Steuerung erfolgt, wie der Name schon sagt, per Hand. Die Handstapler werden an der Deichsel geschoben oder gezogen. Die Gabeln sind zur besseren Handhabung in der Regel auf die Länge und Breite der Euronorm Palette abgestimmt. Eine robuste Bauweise und ein geschlossenes Hydrauliksystem erlauben üblicher Weise lange Wartungsintervalle. Manuelle Hochhubwagen gibt es mit einer Hubhöhe von einem bis hin zu über drei Metern. Modelle mit großer Hubhöhe verfügen über einen teleskopierbaren Hubmasten bzw. ein teleskopierbares Hubgerüst. Mit einem starren Hubgerüst wäre die absolute Höhe des Hochhubwagens stets gleich der maximalen Hubhöhe. In der Folge würden Modelle mit großer Hubhöhe durch fast keine Tore oder Türen mehr passen. Ein Handstapler kann bis zu 1,5 Tonnen Tragkraft aufweisen.

Mit dem manuellen Hochhubwagen wird wie folgt eine Palette angehoben und an den Platz gestellt: Mit dem Deichselgriff oder alternativ über ein Fußpedal wird der Hebemechanismus ausgelöst. Das geschieht in der Regel durch wiederholtes auf und ab Bewegen des Griffes oder des Pedals (Pumpen). Durch den Hub wird die Hubstange aus dem Hydraulikzylinder gedrückt. Die am Rahmen verschraubten Ketten werden über Umlenkrollen nach unten geführt. Die an den Seiten der Gabeln angebrachten Führungsrollen gleiten herauf oder herunter. Gesenkt werden die Gabeln, indem der Hebel an der Deichsel gezogen wird, dann fährt die Hubstange wieder in den Zylinder und die Gabeln senken sich.

Der elektrische Hochhubwagen

Elektrische Hochhubwagen werden weiterhin manuell bewegt, d.h. am Deichselgriff gezogen oder geschoben. Der Elektromotor übernimmt das Heben und Senken der Hubgabeln, das bei großen Hubhöhen anstrengend werden kann. Für den Elektromotor verfügt das Gerät über Akkus, die bei Nichtbetrieb über ein internes oder externes Ladegerät an der Steckdose wieder aufgeladen werden. Das Bedienfeld eines Elektro-Hochhubwagens verfügt über einen Not-Aus-Schalter, der den Hubwagen sofort stilllegt. Die sogenannte Totmannschaltung, bei der die Bewegung der Gabeln umgehend aussetzt, sobald der entsprechende Schalter nicht mehr gedrückt gehalten wird, ist obligatorisch. Hinzu kommt eine Anzeige für den Ladestand der Batterien.

Soll auch die Fortbewegung des Hochhubwagens elektrisch unterstützt werden, greifen Sie zu einem Deichselstapler oder Elektrostapler. Wenn diese über eine Gelegenheit zum Mitfahren verfügen, also z.B. ein klappbares Trittbrett, kann abhängig von der erreichbaren Geschwindigkeit eine Führerscheinpflicht bestehen.