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Digitales Kino


Autor: Andreas Mettler | verfasst am 2010-01-15 | 85 mal gelesen

Im Jahre 1991 brachte Wim Wenders den Film „Bis ans Ende der Welt“ heraus, eine deutsch-französisch-australische Produktion, die seinerzeit im Kino eine 180 Minuten-Version erlebte und im Directors Cut sogar 279 Minuten Länge hat. Es ist im Grunde ein gigantischer Reise-, Abenteuer-, Science-Fiction-, Musik- und Liebesfilm mit einem zentralen Thema: die Sucht nach Bildern. Die meisten Kritiker mochten diesen Film nicht und auch die Zuschauer langweilten sich offenbar bei dieser Geschichte, die groß angelegt und komplex in der Verarbeitung seiner zahllosen Motive war, aber wenig Raum für eine gefühlsmäßige Anteilnahme am Schicksal der Hauptfiguren zuließ. Das eigentlich Faszinierende an diesem, vor fast 20 Jahren entstandenen Film: Wim Wenders hatte den Film nicht wie für Kino üblich, mit einer 35 mm-Kamera gedreht, sondern erstmals mit einer digitalen Sony-Kamera. Der Film war in HDTV Qualität zu bewundern und erlaubte dem Regisseur bei der Produktion ohne Filter und aufwändige Einzelbildbearbeitungen für besondere Effekte auszukommen. Da das gesamte Material in digitaler Form vorlag war es kein Problem, es am Computer zu bearbeiten. Es erlaubte auch einzelne Sequenzen so oft zu kopieren wie man wollte, ohne einen Qualitätsverlust hinnehmen zu müssen und vor allem: ohne dafür ein Kopierwerk in Anspruch zu nehmen. Damals glaubte man, dass es nun mit der HD-Technik rasend schnell voran gehen würde. Man erwartete noch vor der Jahrtausendwende die Flächen deckende Einführung von High Definition Fernseh-Programmen und die Herstellung von entsprechenden Fernseh- Geräten. Aber was kaum jemand für möglich gehalten hat: es hat fast 20 Jahre gedauert, bis der Markt diesen neuen Trend aufgegriffen hat. Immer mehr Filme werden nun in hoher Auflösung und digital hergestellt und langsam beginnen auch die Sender HD-Programme zu produzieren. Der Markt fürs Heimkino hat schon eher reagiert. Hier stehen schon seit ein paar Jahren die Geräte bereit. Sie verkünden wir sind „ready for HD“! Ob Philips, Sony, Panasonic oder Medion Heimkino – sie alle haben erstklassige Flachbildfernseher mit zum Teil gigantischen Bildschirmdiagonalen. Ob Plasma Technik oder LCD, diese Geräte bringen eine Bild-Auflösung, die man selbst von den guten alten 100 Hertz-Fernsehern noch nie gesehen hat. Der neue Medion LCD TV mit einer Bildschirmdiagonale von 132 Zentimetern arbeitet, genau wie die meisten seiner Mitbewerber, zwar auch mit der 100 Hertz-Technik aber die Bildqualität ist doch von einem anderen Stern.