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Schillers Spieler


Autor: Andreas Mettler | verfasst am 2008-08-12 | 109 mal gelesen

Die Deutschen sind nicht nur das Volk der Dichter und Denker, sondern auch ein Volk von Spielern. So vermerkt Friedrich Schiller in seinem Werk „Die ästhetische Erziehung des Menschen“ folgendes: „Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Doch nicht erst seit Schillers Zeiten gehört das Spiel und die Zeit, die Menschen spielerisch verbringen zu probaten Mitteln der Zerstreuung oder auch Entwicklung, bereits Höhlenmalereien aus frühen Vorzeiten bezeugen, dass der Mensch sich nicht nur mit dem rauen Alltagsleben beschäftigte, sondern dass er auch Zeit im Spiel verwendete. Dabei kann man verschiedene Arten des Spielens unterscheiden, neben dem Wettkampf, der vor allem im Sport und sportlich betriebenen Spielen praktiziert wird gibt es Solitärspiele, Spiele für genau zwei Spieler, Brettspiele, Computerspiele, Internet-Spiele und sicherlich noch viele Kategorien mehr. Die Vorlieben jedes Einzelnen finden dabei im Angebot eine mehr oder weniger umfangreiche Auswahl, besonders im Bereich der Brettspiele und deren Derivaten ist Deutschland sehr kreativ und spielfreudig. Etwas abgeschlagen hinter der Konkurrenz sind wir Deutschen zwar im Bereich der Spielentwicklung für PC oder Konsole, was auch daran liegt, dass in diesen Bereichen immense Vorfinanzierungen zu leisten sind, um ein Spiel aus der Masse der Veröffentlichungen herauszuheben und einem breiten Markt, der für die Refinanzierung der Investitionen unabdingbar ist, zugänglich zu machen. In diesem Bereich ist Japan ungeschlagen, dort ist die Leidenschaft für Videospiele unübertroffen, und viele Spiele-Klassiker kommen genau aus diesem Land, das ebenfalls durch Innovative und bisweilen für westliche Bedürfnisse sehr seltsamen Spielideen aufwartet. Doch in jedem Fall lässt sich festhalten, dass auch nach über 200 Jahren die Einschätzungen von Friedrich Schiller zutreffen und aktuell wie damals sind, der Mensch ist nur da wirklich Mensch, wo er spielt, ob vor dem Bildschirm, am Schachbrett oder im heimischen Wohnzimmer am Spielbrett.