Andre Kostolany, von seine Anhängern auch liebevoll »Kosto« genannt, wurde am 9. Februar 1906 in Ungarn geboren. Seine Eltern waren reiche, über Ungarn hinaus bekannte Indusrielle. In den 20iger Jahren begann er zunächst Kunstgeschichte und Philiosophie zu studieren, um Kunstkritiker zu werden. Auch einige Semester Volkswirtschaftslehre standen auf seinem Stundenplan, was er jedoch über viele Jahre hinweg der Öffentlichkeit verschwieg.
Seine ersten Börsenerfahrungen (Link zu http://www.onpulson.de/boerse/ )sammelte »Kosto« bereits im zarten Alter von 12 Jahren an der Börse Wien, wohin er mit seine Eltern aufgrund der politischen Entwicklung in Ungarn geflohen war. Im Alter von 18 Jahren schickte sein Vater ihn in die »Lehre« zum französischem Börsenmakler Adrien Perquel nach Paris. Hier lernte er, die von Kostolany stets geschätzte Regel, »dass an der Börse alles davon abhängt, ob es mehr Dummköpfe als Papiere oder mehr Papiere als Dummköpfe gibt.«
Kostolanys Spielregel »wer Geld hat, darf nicht spekulieren, wer kein Geld hat, muss spekulieren« machten ihn innerhalb kurzer Zeit zu einem schwer reichen Mann.
Auch seine bis heute vielbeachteten 4 »Gs« trugen zu seinen Börsenerfolgen bei:
1.Geld, und zwar eigenes und kein geliehenes
2.Gedanken, die eigenen und nicht die irgendwelcher Börsenexperten
3.Geduld, denn an der Börse zählt: 2+2=5-1
4.Glück, das leider nicht jeder hat
Als reicher Mann geht »Kosto« in die Staaten
Da Kostolany, der jüdischer Herkunft war, sich aufgrund der antisemitischen Entwicklungen im Zusammenhang mit dem 2. Weltkrieg in Europa nicht mehr sicher fühlte, beschloss er, in die Vereinigten Staaten zu emigrieren. Ausgestattet mit mit ca. 200. 000 Dollar, was einem heutigen Vermögenswert von 2 Mio Euro entspricht, überquerte er mit einem Passagierschiff den Ozean. Im Alter von 35 Jahren war er Hauptaktionär und Präsident des Finanzdienstleisters »G. Ballai and Cie Financing Company«. Mit dem »American Way of Live« konnte sich Kostolany jedoch nicht wirklich anfreunden, denn sein Herz schlug nach wie vor für Europa. Der einzige amerikanische Ort an dem er gefallen fand, war New York - genauere Adresse: NewYork, Wall Street, wo er schließlich begann Börsengeschichte zu schreiben.
Seine großen »Deals«
Einen seiner größten Börsenerfolge erzielte Andre Kostolany, nachdem der 2. Weltkrieg beendet war. Zu diesem Zeitpunkt wollte wohl niemand mehr an die Deutschen, deren Land in Schutt und Asche lag, glauben und schon gar nicht einen Cent auf Sie setzen. Doch »Kosto« distanzierte sich von der Meinung der breiten Masse, glaubte an den Fleiß und Willen der deutschen Bundesbürger und kaufte sich deshalb deutsche Auslandsanleihen an der Pariser Börse zum Kurs von 250 France. Der Kurs der Anleihe stieg wenige Jahre später um phänomenale 14 000 Prozent.