Mittel gegen Verstopfung – der Irrigator wird salonfähig
Autor: Kathrin Grieder | verfasst am 2008-04-28 | 571 mal gelesen
Ist Verstopfung heilbar? Wie kann man der Obstipation vorbeugen? Kann sich dahinter auch Darmkrebs verbergen? Können bereits Kinder chronisch verstopft sein? Was steckt hinter dem Begriff "Irrigator"? Diese und viele andere Fragen stellen Patienten ihren Ärzten, wenn es mit der Stuhlabgabe einfach nicht mehr funktionieren will. Nahezu ein Viertel der Schweizer Bevölkerung fühlt sich verstopft, wobei mehrheitlich Frauen darunter leiden. Von chronischer Verstopfung betroffen sind in ganz Europa rund 10% und in den USA bis zu 20%. Das Thema der entsprechenden Behandlung taucht somit weltweit immer wieder in den Arztpraxen auf.
Zu den modernen Methoden zählen heute grundsätzlich drei Arten von Behandlungen : Medikamente, Biofeedback und der Irrigator.
Über die Vor- und Nachteile von Medikamenten gegen Verstopfung, darunter vor allem Ballaststoffzusätze und Abführmittel, wurden schon unzählige Publikationen veröffentlicht. Die von vielen Ärzten immer noch als Standardabhilfe verschriebenen Chemikalien lösen zwar den Stuhl im Enddarm auf und können oft eine Abgabe der verhärteten Substanzen erzeugen. Einige Medikamente wirken jedoch sehr stark und können entsprechende Nebenwirkungen haben.
Weit schonender, dafür aber auch umständlicher, ist das sogenannte "Biofeedback". Mit dieser Methode werden dem Patienten unbewusste körperliche Vorgänge bewusst und damit steuerbar gemacht. Eine Sonde, die in den Darm eingeführt wird, zeigt den Druck an, den der Schliessmuskel ausübt. Dadurch wird man sich dieses Muskels bewusst und lernt, ihn zu entspannen. Vorteil: Der Vorgang ist natürlicher als Medikamente. Nachteil : Für eine nachhaltige Wirkung sind zwei bis fünf Sitzungen nötig und relativ grosse Anstrengung nötig.
Die dritte, in letzter Zeit wieder in die Gunsten der Patienten zurückkehrende Methode gegen Verstopfung ist der altbekannte Irrigator. Der etwas fremd wirkende Name bezeichnet ein Gerät, mit dessen Hilfe warmes Wasser in den Darm eingeleitet wird, zwecks Stuhlauflockerung und -abgabe. Häufig als "drastische" Methode bezeichnet, hat der Irrigator jedoch den unvermeintlichen Vorteil schnell und gezielt dort zu wirken, wo es nötig ist. Dank moderner Technik kann ein solches Gerät heute auch für den Hausgebrauch bestellt werden.