Autor: Klaus Ladner | verfasst am 2007-12-11 | 195 mal gelesen
Zum Thema Money Management bei Sportwetten wurden schon einige Bücher verfasst, weswegen dieser Artikel nur an der Oberfläche von erfolgreichem Money Management kratzen kann. Zunächst ist festzuhalten, dass jegliche Progressionssysteme die unter der Bezeichnung Money Management „verkauft“ werden nichts mit effizienter Kapitalverwaltung zu tun haben sondern lediglich starre Vorgaben zur Ermittlung der Wetteinsätze sind. Darüber hinaus sind Progressionssysteme schon deswegen im Vorhinein zum scheitern verurteilt, weil sie allesamt nichts anderes versuchen, als eine schlechte und somit nicht profitable Wettauswahl durch Einsatzüberlagerungen in ein profitables System umzuwandeln. Anders formuliert könnte man auch sagen, dass eine Wettauswahl mit negativem Erwartungswert auch durch ein Progressionssystem keinen positiven Erwartungswert erzielen kann.
Hat man sich erst einmal von starren Progressionen verabschiedet, dann kann man den Blick zu den etablieren Money Management Strategien lenken. Grundvoraussetzung für langfristige Profite mit Sportwetten ist selbstverständlich das Talent Sportereignisse so genau als möglich vorherzusagen und die Fähigkeit Quotenfehler bzw. ungenau Quotenpublikationen der Buchmacher zu erkennen und auszunutzen. Gepaart mit einer effizienten Kapitalverwaltung ist der Weg zum Plus mit Sportwetten beinahe schon geebnet.
Gutes Money Management verfolgt primär zwei Ziele. Zum einen soll das Risiko so gering als möglich gehalten werden und darüber hinaus soll eine Gewinnmaximierung erzielt werden. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang Money Management nach Kelly ins Spiel gebracht. Das Grundprinzip des Kelly Systems basiert darauf, dass der Wetter wissen muss wie hoch sein rechnerischer Vorteil gegenüber dem Buchmacher ist. Je höher der errechnete Vorteil gegenüber dem Wettanbieter ist, desto höher ist auch der Wetteinsatz. Dabei wird die Höhe des Wetteinsatzes immer dynamisch an das zur Verfügung stehende Wettkapital angepasst. Dies bedeutet aber natürlich auch, dass das Risiko eines „Großverlustes“ mit der Höhe des Wettkapitals und der Höhe des errechneten Vorteils steigt. Die Bedingung der Gewinnmaximierung ist demnach bei Money Management nach Kelly erfüllt, die Risikominimierung ist aber nur teilweise gegeben.
Besser erfüllt Money Management nach flachen Einsätzen die geforderten Bedingungen. Spricht man von flachen Einsätzen, so ist damit gemeint, dass jede Wette mit dem gleichen Einsatz gespielt wird. Höhere Einsätze auf Spiele die „sicherer“ sind bzw. niedrigere Einsätze auf Ereignisse mit nur geringer Eintrittswahrscheinlichkeit sind tabu. Wichtig ist vor allem, dass der „Stammeinsatz“ gut an das vorhandene Wettbudget angepasst ist. Es macht wenig Sinn mit einem Budget von € 500 einen Stammeinsatz von € 50 festzulegen und vorzugsweise auf Quoten größer 5,00 zu tippen. Viel eher sollte man bereits im Vorfeld das eigene Wettverhalten genau unter die Lupe nehmen und basierend darauf den Grundeinsatz festlegen. Größter Vorteil einer Kapitalverwaltung mit gleich bleibenden Einsätzen ist, dass eine positive Wettbilanz mit großer Wahrscheinlichkeit auch zu einem positiven Wettkonto führen wird. In diesem Sinne bedeutet gutes Money Management eher, dass eine gute Wettauswahl nicht zwangsläufig gewinnmaximierend sein muss, sondern vor allem keine unnötige Gewinnminderung mit sich bringt