Autor: Michael Rauh | verfasst am 2007-09-05 | 291 mal gelesen
Zahlreiche Studien der letzten Jahre belegen den positiven Nutzen einer sojareichen Ernährung und den damit verbundenen Schutz für das Herz-Kreislauf-System. So konnte mit einer Diät, die aus 25 Gramm isoflavonhaltigem Sojaprotein bestand, eine Senkung des LDL-Cholesterins (das "böse" Cholesterin) um 3-5 Prozent erreicht werden.
Isoflavone zählen zu den Sekundären Pflanzenstoffen, denen seit längerem eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben wird. Das bekannteste Isoflavon ist das Daidzein, das in größeren Mengen fast ausschließlich in Soja und Sojaprodukten enthalten ist. Neben der Senkung des Cholesterinspiegels besitzt es einen antioxidativen Effekt, wirkt entzündungshemmend und erhöht die Elastizität der Gefäße. Zu den besonders Daidzein-reichen Lebensmitteln zählen Sojabohnen, Sojabohnenkeimlinge, Misopaste und Tempeh. Aber auch handelsüblicher Tofu enthält mit 76 mg / kg noch beträchtliche Mengen.
Damit Daidzein seine volle Wirkung entfalten kann, sind im Darm des Menschen noch bestimmte Stoffwechselvorgänge erforderlich. Aus dem Sojainhaltsstoff muss erst noch das wesentlich wirksamere Equol gebildet werden. Dieses wird dann vom Körper aufgenommen und ist anschließend in Blut und Harn nachweisbar. Allerdings gibt es sehr viele Menschen, bei denen die Umwandlung von Daidzein in Equol nicht möglich ist. So ist dies bei fast zwei Drittel der kaukasischen und bei knapp der Hälfte der japanischen Bevölkerung der Fall.
Bezüglich der Senkung des Brustkrebsrisikos gibt es eindeutige Hinweise auf einen günstigen Effekt von Soja und Sojaprodukten. So erleiden Chinesinnen mit dem höchsten Sojaverzehr wesentlich seltener Brustkrebs als Frauen mit einem sehr geringen Sojakonsum. Sie hatten ein um 34 Prozent niedrigeres Risiko, einen Tumor in der Brust zu entwickeln.
Hitzewallungen sind sehr häufige Beschwerden in den Wechseljahren, die bis zu 10 Jahre andauern können. Auch hier scheint sich der regelmäßige Verzehr von Soja positiv auszuwirken. Schließlich leiden Frauen aus China und Japan wesentlich seltener an diesen Beschwerden als zum Beispiel europäische Frauen. Die genauen biochemischen Mechanismen sind bislang nicht eindeutig geklärt. Hier besteht noch weiterer Forschungsbedarf.