Autor: Karl Graeber | verfasst am 2007-05-26 | 230 mal gelesen
Ein großes Problem unserer Gesellschaft ist, dass sich kaum noch einer um seine eigene Gesundheit kümmert. Kaum einer hat eigene Erkentnisse um seinen Körper zu pflegen.
Die Motivierung der Menschen, die eigene Gesundheit wieder in die eigene Hand zu nehmen, scheint auch der einzig realistische Gesundheitskostendämpfungsfaktor zu sein, das den Kollaps des Gesundheitssystems verhindern kann. Selbst die blindesten Politiker müssten allmählich sehen, dass Appelle an die Ärzte weniger zu verschreiben, an Kliniken nicht dreimal dasselbe Gelenk bei ein und dem selben Patienten innerhalb von drei Wochen zu röntgen oder an Apotheken das günstigste Medikament heraus zu suchen, nichts nützen.
Jetzt da die Kassen leer sind, denn hat es allen, dass mehr Eigenverantwortlichkeit der Patienten gefragt ist. Aber das System setzt an Stellen an, die unzureichend sind. Statt den Patienten klar zu sagen, welche Verhaltensweisen schädlich sind, wird weiter repariert.
Klar ist: eine radikale Kursänderung würde allen Beteiligten große Schmerzen zufügen. Der Pharmaindustrie, weil diese weniger Arzneimittel verkaufen würde, den Ärzte, weil diese arbeitslos würden und den Patienten, weil diese Ihr (falsches) Verhalten ändern müssten. Die Süßigkeiten-Industrie und große Teile der Nahrungsmittelindustrie würden in einen Schrei des Entsetzens verfallen, wenn ungesunde Nahrungsmittel mit hohen Steuern belegt würden - ähnlich wie bei Tabak und Alkohol.
Und so werden wir das System weiter reparieren und kurieren, bis es vollständig zusammenbricht.
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