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Zucker


Autor: Denis Melloni | verfasst am 2007-01-14 | 394 mal gelesen

Würfelzucker, Puderzucker, Einmachzucker, Kandis, Hagelzucker, Gelierzucker Zucker ist nicht gleich Zucker. So eignet sich Grümmel-Kandis, kleingebrochener, hocharomatischer Kandis mit Karamellgeschmack, beispielsweise besonders gut zum Backen und Verfeinern von Desserts und Früchten. Dagegen verwendet man weißen Kandis, das reinste Produkt der Zucker-Raffination, gerne für selbstgemachte Liköre und Aufgesetzte und der grobkörnige Hagelzucker ist besonders beliebt zur Verzierung von Gebäckstücken aus Hefe- und Mürbeteig. Brauner Würfelzucker gibt Kaffee und Espresso mit seinem feinen Karamellgeschmack eine besondere Note und Puderzucker, staubfein gemahlene Raffinade, gibt Torten und Gebäckstücken den letzten Pfiff. Das Wort Zucker kommt übrigens aus dem Arabischen (sukkar) und war lange ein begehrtes Luxusgut der Reichen. Er wurde aus dem Zuckerrohr gewonnen und hielt erst ab ca. 1100 n. Chr. mit den Kreuzfahrern Einzug in Europa. Im Jahr 1747 entdeckte Andreas Sigismund Marggraf, dass in der Zuckerrübe Zucker enthalten ist und sein Schüler Franz Karl Achard entwickelte um 1800 ein Fabrikationsverfahren zur Herstellung von Zucker. Die erste Rübenzuckerfabrik entsteht so in Cunern/Schlesien  und bereits Ende des 19.Jahrhunderts wird im Weltmaßstab ebensoviel Rübenzucker erzeugt wie traditioneller Rohrzucker. Auch heute wird der Zucker in Europa aus der Zuckerrübe gewonnen. Die wichtigsten Herstellerländer in Europa sind Frankreich, Deutschland und Polen. Weltweit sind die größten Zuckerproduzenten Brasilien, Indien und China.
Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sollten nicht mehr als 10% der Nährstoffe aus Zucker sein. Die Alternative zu Zucker sind Süßstoffe. Allerdings sollten Sie bei der Verwendung von Süßstoffen auch bedenken, dass unser Körper zur Bildung von Serotonin Zucker braucht. Die künstlichen Süßstoffe liefern zwar keine Kalorien, aber betrügen den Körper gleichzeitig um die Stimmungsaufhellung, welche der echte Zucker mit der Bildung von Serotonin erzeugt.
Was umgangssprachlich als Zucker bezeichnet wird, ist normalerweise Saccharose, bestehend aus Glukose und Fruktose. Das Wort Zucker umfasst drei verschiedene Gruppen, welche durchweg von Pflanzen gebildet werden: Einfachzucker (Monosaccharide), Zweifachzucker (Disaccharide) und Vielfachzucker (Polysachharide). Einfachzucker, wie Fruktose und Glukose, schmecken süß, während Vielfachzucker, wie Stärke, nicht süß schmecken.

Zucker ist allerdings nicht nur für den Menschen eine wichtige Energiequelle. In zunehmenden Maße gewinnt der Zucker für die Kraftstoffindustrie an Bedeutung. Je höher der Ölpreis steigt, desto mehr werden Alternativen zur Energiegewinnung benötigt und gesucht. Zucker ist hierbei ein wichtiger Rohstoff geworden. Bereits heute fährt in Brasilien ein großer Teil der Neuwagen mit dem aus Zucker gewonnenen Kraftstoff Ethanol. Auch in Europa wird der Ethanol-Kraftstoff bereits in kleineren Mengen dem üblichen Kraftstoff beigemischt.