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Fahrradreisen


Autor: Holger Koch | verfasst am 2007-01-11 | 417 mal gelesen

Dieser kurze Aufsatz soll von Fahrradreisen handeln. Ich bin jemand, der selbst schon viel mit dem Fahrrad unterwegs war. Ich möchte hier nicht über bestimmte Radreiseziele schreiben und auch keine Radrouten darstellen. Es soll einfach ganz allgemein über das Thema reflektiert werden. Ich habe dabei vor allem den sozialen Aspekt von Fahrradurlaub im Sinn. Ich bin mir natürlich im Klaren, dass das nur ein ganz kleiner Ausschnitt zu diesem Thema ist, aber es immerhin ein Einstieg in dieses weite Feld. Radfahren macht Spaß! Ich würde sogar behaupten, für mich ist es die Art von Bewegung, die am meisten Spaß macht. Wer einmal mit damit angefangen hat, wird mir zustimmen: Davon kann man regelrecht süchtig werden! Womit ich schon bei dem Punkt meines kleinen Aufsatzes gelandet bin - der soziale Aspekt des Radtourismus: Es gibt natürlich einige Radfahrer, die lieber alleine reisen. Ich behaupte aber, dass selbst dann das Soziale sehr wichtig ist. Schließlich treffen sich auch die, die alleine unterwegs sind, gerne zum Übernachten in Herbergen und Campingplätzen mit anderen, die ebenfalls unterwegs sind. Dort wird ausgiebig geplaudert, Tipps gegeben und etliches mehr. Ich behaupte weiter, dass ein wesentlicher Teil des subjektiven Wertes im Erzählwert liegt. Wer von seinen Fahrradreisen erzählen kann, gewinnt an Selbstwertgefühl.

Ich kann mich noch gut an meine erste Radtour erinnern, die ich alleine unternommen habe: Es waren damals die Jugendherbergen, in denen die Radfahrer übernachteten. Da wurde viel erzählt und gelacht und fast alle Geschichten von tollen Erlebnissen parat. Wie gut hat es getan, nach so einem langen Tag alleine auf dem Rad, sich mit anderen über die typischen Erfahrungen zu unterhalten. Aber selbst, wenn es einmal nicht über das Thema Fahrrad und Reisen gesprochen wurde, waren diese Abend eine wunderbare gesellige (und damit auch soziale) Veranstaltung. Nicht zuletzt wird dieser soziale Aspekt unterstrichen, wenn zwei oder drei, die vorher alleine waren, sich für den Rest oder einen Teil ihrer weiteren Radtouren zusammentun.

Noch viel mehr ist das natürlich in ausgiebigen Fahrradurlauben, die von vorneherein gemeinsam mit anderen geplant werden. Ich habe schon viele solcher geselligen Gruppen-Fahrradreisen mitgemacht und viel Spaß dabei gehabt. Dabei ergeben sich viele Gelegenheiten, miteinander zu schnuddeln, während man fährt. Wer seine Radreise plant, sollte deshalb die Route auf weniger befahrenen Strecken planen, weil es sich dann leichter nebeneinander fahren lässt. Natürlich ist das auch für die Sicherheit wichtig. Während des Tages bietet das Fahren vielfältig Möglichkeiten, seine sozialen Kompetenzen zu stärken. Etwa wenn über den weiteren Routenverlauf gesprochen werden muss. Wichtig natürlich auch die Pausen. Man muss sich abstimmen, wer nicht mehr weiter kann. Auch am Abend, etwa beim gemeinsamen Kochen oder Zelten, sind viele gruppendynamische Prozesse am wirken, die sich nicht nur um den Fahrradurlaub, sondern auch um andere Themen drehen. Das Tolle ist, dass es keine anstrengende Pflicht ist, sondern dass es – eben wegen der Rahmenbedingungen - einfach Spaß macht, sich in diese Auseinandersetzungen oder besser: Annäherungen mit oder an andere zu begeben.