Autor: Mirjam Hodel | verfasst am 2010-11-20 | 47 mal gelesen
Valladolid ist die Hauptstadt der autonomen Region Kastilien-León, Spanien. Sie ist mit rund 320.000 Einwohnern die größte Stadt Kastilien-Leóns und könnte unter anderen Umständen heute sogar die Hauptstadt Spaniens sein. Die katholischen Könige, Ferdinand von Aragonien und Isabella von Kastilien heirateten hier 1469 und regierten Spanien von dort aus. Auch König Karl I. ernannte Valladolid zum Sitz der königlichen Regierung. Erst gegen Mitte des 16. Jahrhunderts erkor König Philipp II. das damals noch bedeutend kleinere Madrid zu Spaniens Hauptstadt.
Während meines Spanischkurses in Spanien hat es sich für mich auf jeden Fall gelohnt, die einstündige Zugreise von Madrid in Kauf zu nehmen. Die Stadtverwaltung hat sich ein wirklich tolles Angebot ausgedacht, um den Verkehr zu vermindern und die sportliche Betätigung zu fördern: Man kann kostenlos (!) Fahrräder mieten. Dazu geht man einfach zu einem der vielen Touristeninformationen und fragt danach. Man muss nicht mal eine Kaution hinterlegen, sondern nur die Adresse angeben. Das Fahrrad inklusive Schloss und praktischem Korb kann man gleich mitnehmen und spätestens nach vier Stunden wieder abgeben. In der Hochsaison kann es sein, dass man Pech hat und kein Fahrrad mehr bekommt, aber das ist eher selten der Fall.
Mit diesem praktischen Fortbewegungsmittel bekommt man schnell einen Überblick über das Stadtzentrum. Die Plaza Mayor mit ihren roten Gebäuden lädt zu einem gemütlichen Mittagessen oder einem Kaffe ein. Es gibt viele Museen, das Museo Patio Herreriano etwa zeigt unter anderem Werke von Salvador Dalí und Joan Miró. Miguel de Cervantes war eine Zeit lang in Valladolid und man kann sein Haus besuchen. Wenn man genug von dem Verkehr des Zentrums hat, fährt man am besten durch den großen Park Campo Grande.
Abends lebt die Stadt so richtig auf. Es gibt viele Studenten und da die Stadt auch für Sprachreisen in Spanien beliebt ist, trifft man Leute aus aller Welt. Man sollte allerdings daran denken, das Fahrrad vor einer ausgiebigen Bartour abzugeben.