Autor: Oliver Hübner | verfasst am 2010-05-24 | 89 mal gelesen
Der entscheidende Geschmack eines Espressokenners ist das Ergebnis mehrerer Faktoren zusammengesetzter Erlebnisphänomene, die im limbischen System als Erinnerungen gespeichert sind. Soweit der theoretische Ansatz zur Erklärung von Espressogeschmack.
Im Espresso- und Kaffeezeitalter wissen wir natürlich sehr viel mehr, wie unser persönlicher Espresso- und Kaffeegeschmack sein befriedigendes Ergebnis finden wird. Trotzdem, nicht immer ist es leicht, einen wirklich sensationellen Espresso in einem Coffee-Shop, einer Cafe-Bar oder einem Restaurant zu finden. Viele Komponenten wirken auf das Ergebnis eines fachmännisch zubereiteten Espressogetränks. Und nur bei einem wirklichen Meister wird sein Wissen und Können in der Vollendung Anwendung finden können.
Die neuen Kaffeevollautomaten ermöglichen zwar heutzutage für Jedermann/-frau die Herstellung eines sogenannten Espressogetränks. Doch der wahrhafte Espresso verlangt die Zubereitung mittels einer Siebträgermaschine, welche die Komponenten Wasser und Kaffee in einer optimalen Symbiose zur Verschmelzung bringt.
Eine Kaffee-Siebträgermaschine, auch Espressomaschine genannt, arbeitet mit 9 bar Wasserdruck, welche im Durchlauf über die Siebträger optimal auf das Kaffeepulver gedrückt werden. Die Siebträger werden mit sieben bis neun Gramm dunkel geröstetem und fein gemahlenem Kaffeepulver befüllt und einem Tamper gut angedrückt. So entstehen beim Wasserdurchlauf optimale Widerstände, die das Ausschwemmen der Kaffeearomen ermöglichen und erleichtern. Bei der Auswahl der Kaffeesorte streiten sich die Gelehrten. Am Ende ist es der persönliche Geschmack, der entscheidet, ob eine Arabicabohne einer Robustabohne vorgezogen wird oder möglicherweise eine Mischung aus beiden das Geschmacksoptimum erwarten lässt.
Nicht minder essentiell ist die Wahl der richtigen Tasse. Bewährt haben sich schmale, dickwandige Keramik- oder Porzellantassen, da diese die optimale Temperatur für ein Espressogetränk am Besten speichern können und damit nicht schon nach wenigen Sekunden die Crema des Espresso verloren geht. Entscheidend für eine gute Espressotasse ist bestimmt nicht der Preis. Für wenig Geld lassen sich sehr gute Espressotassen finden. In Großmärkten entdeckt man Espressotassen für wenige Euro, die oft sehr viel tauglicher sind als teures Designergeschirr.
Bei alledem: entscheidend für ein wahrhaft sündiges Espressogetränk ist die optimale Zusammenführung der Komponenten. Dabei gilt es nicht außer acht zu lassen, daß nur aus guten Grundzutaten auch ein wirklich gutes Ergebnis folgen kann.